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Fifty-four years later
Das Comeback der Blancpain Fifty Fathoms im Jahr 2007
Langweiliger könnte das Verfassen eines
Artikels über eine Taucheruhr kaum ausfallen: Erstens gehört
die Fifty Fathoms vermutlich zu den am besten (wenn auch z.T. enorm
widersprüchlich) dokumentierten Vertreterinnen ihrer
Gattung, somit bleibt praktisch keine Chance auf den i.d.R. angestrebten inhaltlichen Primeur auf dieser Website. Zweitens lässt sich die Uhr in einem
einzigen Satz mehr als treffend beschreiben: Sie ist schlichtweg die
schönste, geschichtsträchtigste und dürfte gleichzeitig auch die
teuerste Taucheruhr ihrer Art auf dem Markt sein. Punkt.
Deshalb: Überlegen Sie nicht länger, weshalb Sie eine Kreditkarte haben, verlassen Sie diese
Site und gut ist. - Denn ganz ehrlich: Mehr werden Sie in den folgenden
Minuten nicht über diese Uhr erfahren...
Für all diejenigen, die sich partout
nicht mit dieser Kurzversion abspeisen lassen wollen: Unsere Zeitreise
beginnt im Jahr 1952 und endet im Jahr 2007.
Geschichte aus dem FF
Wer's erfunden hat, ist natürlich klar: Die Schweizer. Weniger klar
ist indes, wem nun die Ehre gebührt, die erste Taucheruhr überhaupt
erfunden zu haben: Dass sich mit zunehmender Popularität des Tauchens
auch zunehmend Uhrenhersteller mit der Entwicklung einer passenden Uhr
beschäftigten, zeigt die Geschichte
ausreichend auf. Und dass das Jahr 1953 als Geburtsstunde der
klassischen Taucheruhr mit Drehring gilt, ist
ebenfalls ausreichend bekannt. Auch dass sich zahlreiche wasserdichte
Uhren schon Jahre zuvor erfolgreich in Einsätzen unter Wasser behauptet haben, ist
nichts Neues.
Man kann der 1953 lancierten Fifty Fathoms dafür
definitiv
zugestehen, dass sie als eine von mindestens zwei
Vertreterinnen ihrer Art als stilbildendes Ur-Modell der Taucheruhr
gelten darf. Und noch wichtiger: dass sie explizit als Taucheruhr
konzipiert wurde. Kurz gesagt: Die Fifty Fathoms war nicht die erste Uhr
fürs Tauchen, aber sie gilt gemeinsam mit der Submariner von Rolex
als eine der einflussreichsten, legendärsten und ältesten Taucheruhren
der Welt, die trotz einer schier unüberschaubaren Anzahl an Varianten zu
den Uhren mit der reichhaltigsten Geschichte zählen darf.
Diese Geschichte bliebe aber
unvollständig, wenn nicht nur die
Schweizer, sondern auch die Franzosen erwähnt würden, die ebenso massgeblich zur Entwicklung
der Fifty Fathoms beigetragen haben. Denn auch die französische Marine
erkannte im Zuge des zweiten Weltkriegs, wie wichtig Kampftaucher
für die Kriegsführung waren. Und so machten sich die Offiziere Robert Maloubier und Claude Riffaud im Jahr 1952
mit offiziellem Auftrag daran, eine
Elite-Einheit von Kampftauchern zu bilden, die gezwungenermassen auch ein
adäquates Zeitmess-Instrument für die in jeder Hinsicht extremen
Einsätze benötigen würde.
Maloubier und Riffaud schlugen in dieser
Hinsicht vermutlich einen logischen Weg ein und schrieben das Projekt
kurzerhand aus, nachdem keine Uhr gefunden werden konnte, die den
Anforderungen entsprach (Anmerkung: Es gibt zahlreiche unterschiedliche
Versionen zu diesem Kapitel der Geschichte - die vermittelnde Rolle des
Tauchzubehör-Herstellers Spirotechniques beispielsweise als zentrale
Anlaufstelle ist nur eine davon).
Es war Jean-Jacques Fiechter, CEO von
Blancpain von 1950 bis 1980, der die die beiden Offiziere schlussendlich
auf ihrer Mission unterstützen sollte: Nachdem klar geworden war, dass
nur eine Neuentwicklung den präzisen Vorstellungen Maloubiers entsprach, erhielt der
passionierte Taucher den Zuschlag. Denn für Maloubier stand nach dem ersten
Treffen mit Fiechter fest, dass er in Blancpain den idealen Partner gefunden
hatte, um eine Uhr zu entwickeln, die über den geforderten äusseren Drehring
verfügte.
Dass dieser schlussendlich einseitig und
nur durch leichtes Herunterdrücken zu drehen war, ist indes der
Erfahrung Fiechters zu verdanken: Als Taucher konnte Fiechter damit
garantieren, dass bei
unabsichtlicher Betätigung des Drehrings die Dauer eines Tauchgang lediglich verkürzt und nicht
etwa fatalerweise verlängert wurde. - Ein Prinzip, dass sich bis heute
nicht verändert hat.
Um Patent-Verletzungen zu verhindern,
entschied man sich bei Blancpain für eine klassische, unverschraubte
Drehkrone mit zwei O-Ringen vor Wassereinbruch geschützt. Damit deren Belastung und somit Verschleiss
möglichst gering gehalten werden konnte, kam von Beginn weg nur ein
Automatik-Werk des Stamm-Lieferanten A. Schild SA in Frage, das auf Wunsch Fiechters zusätzlich noch mit einem
Magnetschutz versehen
wurde.
Das Pflichtenheft der "École des Nageurs de Combat" auf der
anderen Seite brachte das unter jeder Bedingung einfach ablesbare Zifferblatt
und die Nachtablesbarkeit sowohl von Zifferblatt wie auch Drehring mit.
In Kombination all dieser Elemente wurde nach einjähriger
Entwicklungszeit der Grundstein für eine einmalige militärische Karriere
der nach ihrer Wasserdichtheit benannten fünfzig Faden (was 91,45 Metern
entspricht) gelegt - die Uhr dürfte aber schon zu beginn weg mehr
ausgehalten haben.
Die Uhren fanden (vermutlich via
Spirotechnique) nicht nur den Weg in die französischen Truppen, sondern
bald auch ans Handgelenk der zivilen Kundschaft, mit dem viel zitierten
Auftritt in Jacques Cousteaus preisgekrönten Tauchfilm "The silent
World" als prominentestem Beispiel.
Mit einem Verkaufspreis von weniger als
100 Dollar waren die Taucheruhren von Blancpain nebst den Modellen von
Rolex und Zodiac (die ebenfalls auf 1953 datiert werden) schnell zum
unverzichtbaren Begleiter für all diejenigen geworden, die "the finest,
most rugged sports-timing watch ever developed" (so die damalige
Werbung) dabei haben wollten.
Schon zu Beginn ihrer steilen Karriere
erhielt sie ein enorm praktisches Update, das in mehreren Versionen der
Fifty Fathoms zu finden ist: Der als "Moisture Indicator" bezeichnete
grosse Punkt bei sechs Uhr sollte dem Träger jederzeit anzeigen, dass
die Uhr noch dicht war (ein Merkmal, das ebenfalls in der amerikanischen
MIL-W-22176 vermerkt ist). Oder eben nicht, wenn eine entsprechende
Verfärbung das Gegenteil hiess.
Die Modelle mit dem durchgestrichenen
Symbol für Radioaktivität sollten indes relativ klar aufzeigen, dass in
diesem Fall garantiert kein radioaktives Leuchtmaterial verwendet wurde
(was bei ein paar militärischen Varianten noch der Fall war).
Um 1958 war die Blancpain Fifty Fathoms
mit 200 Metern Wasserdichtheit schon längst ihrer Namensvorgabe
entwachsen. Es gab Modelle unterschiedlicher Grössen, mit
unterschiedlichen Namenszusätzen (LIP, Tornek-Rayville, Technisub),
Versionen mit und ohne Datum, und die Sache wird spätestens hier extrem
schnell extrem unübersichtlich.
Gutes Beispiel für die fast nicht zu
bewältigende Vielfalt: Etwa ab 1960 tauchte die Fifty Fathoms (im damals
von zahlreichen Marken verwendeten ovalen Gehäuse mit Glassicherung) mit
blauem oder orangem Zifferblatt bei den deutschen Kampfschwimmern und
Tauchern auf.
Spannendes Detail am Rande: Während diese
Uhren nicht im geforderten Mass antimagnetisch waren, mussten die
deutschen Minentaucher die Uhr jeweils ablegen, bevor die Annäherung an
den hochempfindlichen Sprengkörper erfolgte.
Ebenfalls im deutschen Einsatz war die
klassische Version sowie die in der rechten Spalte abgebildete Variante
mit dem durchgehend schwarzen Drehring, der einzig ein Leuchtdreieck
aufwies. Diese Uhr wurde vermutlich ab 1976 eingeführt und gilt heute
als charakteristischstes Fifty-Fathoms-Modell der Bundeswehr-Ära.
Aber zurück zur erwähnten Vielfalt:
Tauchschulen, Polizei-Taucher, militärische Einheiten bspw. in den USA,
Spanien, Frankreich, Israel und wie erwähnt Deutschland, zivile
Gesellschaften wie die GERS (Groupe d'Études et de Recherches
Sous-Marines), französische Höhlenforscher usw. - kurz gesagt so
ziemlich alles, was mit zwei Füssen in Flossen abtauchte, trug damals
eine Fifty Fathoms.
Sie war schon damals eine heimliche
Legende. Aber die Fifty Fathoms war zu keiner Zeit eine Luxusuhr der
Oberklasse: Zweckmässiges Finish und eher einfache Werke waren
charakteristisch für die Uhr, die einzig des Tauchens wegen konstruiert
wurde und rund um den Globus genau deshalb gerne gekauft wurde.
Alles in allem fallen auf die Zeit von
1953 bis etwa 1976 mindestens zwei Dutzend (!) zum Teil massiv
unterschiedliche Varianten der Fifty Fathoms, die es dem Sammler heute
nicht gerade einfach machen, den wachsenden Markt an Fälschungen ohne
Panne zu umschiffen.
In der aufkommenden Quarzkrise wurde es
schliesslich ruhig um die Fifty Fathoms: Denn auch wenn mit dem
Bestseller des Herstellers zeitweise bis zu 8'000 Stück jährlich die
Produktionsstätte in Villeret verliessen, so kam auch Blancpain nicht
spurlos durch die Quarzkrise.
Erst unter der äussert geschickten
Leitung Bivers feierte die Uhr um 1999 ein erstes Comeback, und mit der
im Anschluss als "Concept 2000" lancierten Linie wirbelte sie schon
gehörig Staub auf: Die damals ebenso gewagte wie innovative Kombination
aus Kautschuk und Stahl sowie zusätzliche Chronographen- und
Edelmetall-Varianten sorgten einerseits für Aufsehen, andrerseits
bedeuteten sie aber auch die ultimative Abkehr von der "Toolwatch" aus
verganenen Zeiten. Bestes Beispiel: Der Drehring verfügte nicht einmal
mehr über ein Leuchtdreieck, sondern bestand einzig aus einem erhabenen
Dreieck, im Material des Drehrings gehalten.
2003: Zurück ins Jahr 1953
Mit Marc Hayek als neuem CEO fand die Fifty Fathoms optisch zu ihren verdienten Wurzeln zurück: Die
Jubiläums-Edition des Jahres 2003 (bestehend aus je drei Editionen a 150
Stück, verteilt auf den amerikanischen, europäischen und asiatischen
Markt) verfügte erstmals in der Geschichte der Uhrenindustrie über eine
einseitig drehbare Lünette mit bombiertem Saphirglas-Einsatz (anstelle
des ursprünglich verwendeten Epoxydharz-Überzugs der 50er-Jahre).
Ansonsten
war sie durch und durch dem Original nachempfunden, auch wenn sowohl Preis
als auch Ausstattung ganz klar in der Gegenwart des
Luxusuhren-Herstellers angekommen waren: Die bis 300 Meter wasserdichte
Uhr wurde vom Kaliber 1151 angetrieben, das rund 100 Stunden
Gangautonomie mitbrachte; der Preis lag bei 12'000 Euro.
Die Fifty Fathoms 50th Anniversary (und
insbesondere deren Erfolg) war nicht nur Wegbereiter für das aktuelle
Modell des Jahres 2007 - sie sorgte auch dafür, dass sich der Kreis
endlich schloss: Die Lancierung brachte nämlich auch ein Wiedersehen mit
Robert Maloubier, der gemeinsam mit Marc Hayek (ebenfalls ein
passionierter Taucher) unter Wasser demonstrierte, wie einfach sich der
Bandwechsel vornehmen liess. Und damit waren alle Elemente endlich
wieder vereint: Ein
tauchender CEO, Robert Maloubier und jede Menge Innovation an einer
umwerfenden Taucheruhr.
2007: Grösser, schöner...
Ihr Comeback war nicht zu übersehen: Mit
der nunmehr auf 45 mm Durchmesser angewachsenen Uhr präsentierte sich
anlässlich der Basler Uhrenmesse 2007 die unlimitierte Version der ansonsten stark an die
Jubiläums-Edition angelehnten Fifty Fathoms. Der Preis von rund 9'400
Euro stürzte zwar (erneut) weltweit ein paar Sammler in eine nicht
minder ausgewachsene Krise, die Optik dürfte indes dafür gesorgt haben,
dass Selbsthilfe-Gruppen im Bereich Objektophilie schlagartig mehr
Zulauf erhalten haben.
Im Vergleich zum Vorgänger von 2003
unterschied sich die Uhr nicht nur durch Grösse und Werk, der
Uhrenhalter für den Bandwechsel war nicht mehr serienmässig dabei (kann
aber selbstverständlich bestellt werden).
Kaum lanciert bot, sie den Besuchern in
Basel schon eine erste Überraschung: Während eine Mehrzahl der grösseren
Uhrenhersteller in der Regel eher zögerlich den Kontakt mit dem
Endverbraucher sucht, Neuheiten nicht immer ausserhalb des Standes
einsehbar sind und ein Betreten der Stände für Normalsterbliche zum Teil
lebensgefährlich ist, platzierte Blancpain ein Modell der
Dreizeiger-Version genau so, dass die Uhr problemlos begutachtet oder gar
umgelegt werden konnte (ohne dass den Besucher das selbe Schicksal
ereilte). Und die Anzahl Fingerabdrücke an eben jenem Modell konnte
bereits als erstes Indiz für die darauf folgende, durchwegs begeisterte
Aufnahme der Neuheit, sowohl in der Presse als auch beim Käufer,
gewertet werden.
Im September des selben Jahres feierte
die Fifty Fathoms erneut Premiere: Die ersten 30 Stück der Kollektion
wurden anlässlich der internationalen Boot- und Yacht-Show in Cannes am
14. September 2007 der Fachpresse präsentiert. Mit dabei: Gianluca
Genoni, mehrfacher Weltrekordhalter im Freitauchen, der den
atemberaubenden Zeitmesser persönlich in etwas weniger atemberaubenden
30 Meter Tiefe von Marc Hayek in Empfang nahm.
Drei Versionen für die nächsten 50
Jahre
Nebst der hier mehrheitlich beschriebenen
Dreizeiger-Uhr (erhältlich in Rotgold und Stahl) umfasst die Kollektion nunmehr
auch einen Flyback-Chronographen (ebenfalls in Rotgold und Stahl) sowie
ein Tourbillon (in Weiss- oder Rotgold). Und mit der Vorstellung einer rein
weissen Variante der Dreizeiger-Uhr zeichnet sich indes ab, dass im Jahr
2008/09 noch weitere Farben dazu stossen werden. - Im Vergleich zum Tourbillon zwar historisch begründbar, aber für Puristen vielleicht
nicht ganz so lebensnotwendig.
Und damit nun endlich zum Hauptdarsteller
dieses Artikels, der klassischen Dreizeiger-Uhr mit schwarzem
Zifferblatt:
Herrin der Ringe
Der Drehring ist eine Klasse für sich: Ein bombierter Saphirglasring, darunter
ein patentierter Mix aus schwarzem Lack, gelaserten
Markierungen und Ziffern, die sechsfach mit einer Superluminova-Schicht
versehen wurden und anschliessend mit einer Schicht Schutzlack
versiegelt wurden. In Kombination mit dem Saphirglas über dem
Zifferblatt entsteht dadurch eine haptische und optische Wucht, die auch
nachts jedes Auge zum Leuchten bringt: Die Leuchtkraft ist ebenso
intensiv wie ausdauernd, die aufgesetzten Ziffern und Indexe des
Zifferblattes sind in der Dunkelheit sogar noch einen Touch intensiver
als die des Drehrings.
Die Begeisterung reisst auch beim Rest
der Uhr nicht ab: Eine einmalige Schönheit, die schlichtweg aus jedem
Blickwinkel Perfektion bietet. Auch hinter der Fassade:
Das Werk
Mit der jüngsten Version der Fifty Fathoms feierte auch Blancpains
Kaliber 1315 seine Premiere. Im Prinzip ist es eine Weiterentwicklung
des 2006 vorgestellten Handaufzugwerks 13RO mit stattlichen 8 Tagen
Gangreserve. Nur eben mit klassisch einseitig aufziehendem Bimetallrotor
und einer Gangreserve von nicht minder stattlichen 5 Tagen resp. rund
120 Stunden, da die möglichst platzsparende Integration des
Aufzugsmechanismus' des Rotors logischerweise eine Reduzierung der
Federhäuser erforderlich machte.
Die Glucydur-Unruh oszilliert mit
28'800 Halbschwingungen pro Stunde, die Feineinstellung erfolgt über
vier Goldschrauben am Unruhreif und nicht etwa durch einen klassischen
Rücker. Hier zeigt sich besonders gut, dass Blancpain dem Werk ein
möglichst unerschütterliches Gemüt zugedacht hat.
Eine weitere Besonderheit des 222-teiligen
Kalibers: Das Datum kann bei entsprechender Kronenposition in beide
Richtungen verstellt werden. Und - gerade bei Taucheruhren eher eine
Ausnahme - das anmutig aber zurückhaltend dekoriert (Colimaçon-Soleil)
wirkende Werk steckt (historisch korrekt) in einer dreiteiligen Kalotte aus Weicheisen, um
den Besitzer der Uhr überdurchschnittlich gut vor Magnet-Einflüssen zu
schützen. Es reicht ja schliesslich, dass die Fifty Fathoms selbst schon
über mehr Anziehungskraft verfügt, als für manches Budget gesund ist...
Wie bei jeder Werk-Neuentwicklung wird sich
wohl erst im Laufe der Zeit zeigen, ob die Gesamt-Konstruktion den
Erwartungen vollumfänglich gerecht wird. Aber es wäre doch erstaunlich,
wenn das robuste Manufakturkaliber den hohen Ansprüchen des Kunden und
nicht auch zuletzt des Herstellers mehr als gerecht wird: Die
durchdachte Bauweise birgt genügend Reserven für zusätzliche
Komplikationen, und so dürfte die Kaliberfamilie 13 (vermutlich eine
Reminiszenz an die 131/2 Linien) in Zukunft noch in manch
anderer Uhr auftauchen.
Gebändigt
Die Fifty Fathoms kommt sowohl mit einem
schwarzen Kevlar-Band mit Kautschuk-Kern, als auch mit einem
Kautschukband für den Taucheinsatz. Beide Optionen verfügen über eine
Dornschliesse, was angesichts des Preises durchaus hinterfragt werden
kann. Der Bandwechsel erfolgt wie schon beim Vorgänger mit wenigen
Handgriffen.
Die Preisfrage
Über die rund 9'400 Euro für eine
Taucheruhr in Stahl kann man natürlich ebenso hitzig wie ausgiebig
diskutieren. Denn selbstverständlich wurde hier ein Niveau erreicht,
dass sich rational unmöglich noch mit der Ausübung des Tauchsports in
Einklang bringen lässt: Für diesen Preis gibt's eine komplette
Tauchausrüstung und den perfekten Tauchurlaub dazu!
Aber Hand aufs Herz: Erstens liegt es in
der Natur eines Luxusguts, erst einmal unerschwinglich zu sein, zweitens
macht der Preis die Uhr kein bisschen weniger begehrenswert, drittens
hat sich die Fifty Fathoms dadurch schlichtweg an die Spitze der
Nahrungskette abgesetzt, und viertens ist es derzeit unmöglich, eine Uhr
zu finden, die auch nur annährend das bietet, was die Fifty Fathoms bei
einem Treffen in freier Wildbahn
auslöst. Insofern fällt der Verzicht auf den Tauchurlaub wahrscheinlich
leicht und die Ausrüstung kann notfalls gemietet werden.
Fazit
Hier wurde erstmals eine Neuflage lanciert,
die begehrenswerter als das Original ist. Oder mit anderen Worten: Die neue
Fifty Fathoms ist
schlichtweg die schönste, geschichtsträchtigste und dürfte gleichzeitig
auch die teuerste Taucheruhr ihrer Art auf dem Markt sein. Aber das
wussten Sie ja bereits...
Modell-Übersicht
(Stand 2007)
| Referenz |
Modell |
Werk |
Preis |
| 5015-1130-52 |
Fifty
Fathoms Automatique;
45mm
Durchmesser, Edelstahlgehäuse, wasserdicht bis 300 Meter |
Kaliber 1315 mit automatischem
Aufzug, 5 Tage Gangreserve |
k.A. |
| 5015-3630-52 |
Fifty
Fathoms Automatique;
45mm
Durchmesser, Rotgoldgehäuse, wasserdicht bis 300 Meter |
Kaliber 1315 mit automatischem
Aufzug, 5 Tage Gangreserve |
k.A. |
| 5085F-1130-52 |
Fifty
Fathoms Chronographe Flyback;
45mm Durchmesser, Edelstahlgehäuse, wasserdicht bis 300 Meter |
Kaliber F185 mit automatischem
Aufzug, 40 Stunden Gangreserve; Flyback |
k.A. |
| 5085F-3630-52 |
Fifty
Fathoms Chronographe Flyback;
45mm Durchmesser, Rotgoldgehäuse, wasserdicht bis 300 Meter |
Kaliber F185 mit automatischem
Aufzug, 40 Stunden Gangreserve; Flyback |
k.A. |
| 5025-1530-52 |
Fifty
Fathoms Tourbillon;
45mm
Durchmesser, Weissgoldgehäuse, wasserdicht bis 300 Meter |
Kaliber 25A mit automatischem
Aufzug, 7 Tage Gangreserve, Tourbillon. Gangreserve-Anzeige auf
Zifferblatt (dafür kein Datum, kein Sekundenzeiger) |
k.A. |
| 5025-3630-52 |
Fifty
Fathoms Tourbillon;
45mm
Durchmesser, Rotgoldgehäuse, wasserdicht bis 300 Meter |
Kaliber 25A mit automatischem
Aufzug, 7 Tage Gangreserve, Tourbillon. Gangreserve-Anzeige auf
Zifferblatt (dafür kein Datum, kein Sekundenzeiger) |
k.A. |
|
 |
|
Der
Prototyp der im Jahr 2007 lancierten
Dreizeiger-Variante weist im Vergleich zur
Serienversion noch über ein Datumsfenster bei 3
Uhr auf; die endgültige Version hat das Datum
zwischen 4 und 5 Uhr, die Ziffer 3 findet sich
somit auf dem Zifferblatt ausgeschrieben |
 |
|
Die
erste Fifty Fathoms von 1953; das Gehäuse misst stattliche 42 mm.
Als Werk wurde ein AS 1361 eingesetzt |
 |
|
Als
Agent für den Vertrieb der Fifty Fathoms in Frankreich eingespannt, existieren
zahlreiche Varianten mit dem Zifferblattzusatz "LIP" - hier ein
mit 34.1 mm Durchmesser bedeutend kleineres Modell mit dem
typischen Tropical-Band. Das besagte Modell wurde vermutlich
zwischen 1953 und 1955 für die CIEPM-Tauschule des französischen
Militärs bereitgestellt und verfügt über die charakteristische
Indikationsanzeige der Dichtigkeit bei 6 Uhr. Als Werk kam ein AS
1361 zum Einsatz. |
 |
|
Ebenfalls in den Zeitraum 1953 bis 1955 fällt das
baugleiche Modell mit LIP-Bezeichnung und im Vergleich leicht unterschiedlichen Zeigern.
|
 |
|
Eine
41 mm grosse Version aus 1960, die der US Navy zugeschrieben wird. Die
Uhr verfügt über ein AS 1700. |
 |
|
Als
das US Militär ebenfalls eine Taucheruhr für seine
Kampftaucher beschaffen wollte, bewarb sich Allen Tornek mit der Allen V.
Tornek Co. (damals Importeur von Blancpain in den Staaten und
ebenfalls ein Taucher) um den Auftrag.
Zahlreiche
Restriktionen sorgten u.a. dafür, dass Tornek die Fifty Fathoms
nur mit ein paar Kunstgriffen und unter der Bezeichnung "Blancpain
Tornek" resp. "Tornek Rayville" als Gewinnerin der Ausschreibung
platzieren konnte. |
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|
Ein
MILSPEC-1 Modell (mit entsprechendem
Zifferblatt-Zusatz) der US Navy mit Feuchtigsindikator. Der Gehäusedurchmesser beträgt 41.2
mm, als Werk kam ein AS 1361 zum Einsatz. Vermutlich um 1960. |
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|
Vermutlich um 1970 für die deutschen
Kampfschwimmer angeschafftes Modell mit Anti-Radiations-Symbol. |
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1976 war das Einführungsjahr dieser 42 mm grossen
Variante der Fifty
Fathoms "Bund" bei der Bundeswehr ("schiffstechnischer und
allgemeiner Tauchdienst") - die Gehäuseform wurde bei zahlreichen
Herstellern eingesetzt; als Werk kam ein ETA 2873 zum Einsatz. |
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Von Technisub (siehe Zifferblatt-Aufdruck) in Tauchshops vertriebenes
Einstiegsmodell "Bathyscaphe" der Fifty Fathoms, vermutlich um
1970, 37 mm Durchmesser. |
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Mit der "Fifty Fathoms Trilogy" feierte die Ikone im Jahr 1999 ein
erstes Comeback |
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| An
der internationalen Boot- und Yacht-Show in Cannes
wurden die ersten 30 Exemplare der Fifty Fathoms der internationalen Fachpresse
präsentiert. |
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Vor Cannes tauchte der mehrfache Weltrekordhalter
im Freitauchen, Gianluca Genoni, nach... |
 |
| ...kurzer
Vorbereitungszeit auf 30 Meter Tiefe ab, um dort von Marc Hayek
das erste Exemplar aus der Serienfertigung in Empfang zu nehmen. |
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Gianluca Genoni und Marc Hayek während der folgenden Pressekonferenz |
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| Im
Vergleich zum hier gezeigten Vorserienmodell
verfügt das Serienmodell zusätzlich noch über die
Gravur "Antimagnetic" mittig
auf dem Gehäuseboden. |
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(Update 2009): Vier nachträgliche exemplarische
Sondervarianten der Fifty Fathoms (v.o.n.u.): Die ganz schwarze,
die beiden weissen und die 2009
vorgestellte blaue Version im Weissgoldgehäuse (limitiert auf 50
Exemplare). |
DATEN
(Basisversion) Modell: Blancpain Fifty Fathoms Referenz: 5015-1130-52 Gehäuse: dreiteiliges Stahlgehäuse mit Weicheisen-Innengehäuse,
verschraubter Boden und Krone Lünette: einseitig rastend mit Saphirglas-Einsatz, sämtliche
Markierungen sind mit Leuchtmasse bestückt Zifferblatt: schwarz, aufgesetzte eingefasste Indexe, mit
Superluminova beschichtet Glas: beidseitig entspiegeltes Saphirglas Wasserdichtheit: 300 Meter Werk: Blancpain-Kaliber 1315 mit 30,6 mm Durchmesser und 5,65 mm
Bauhöhe, 35 Rubine, 28'800 A/h und 120 Stunden Gangreserve; Rotor
einseitig aufziehend, Sekundenstopp, Datumskorrektur in beide
Richtungen Funktion: Stunden, Minuten, Zentrumssekunde und Datum Band: schwarzes Kevlar-Armband mit Dornschliesse aus Stahl Dimensionen: 45 mm Durchmesser, 15,5 mm Höhe Gewicht: 120 g Preis: ca. € 9'400.- (2007) Varianten: siehe Tabelle Box: schwarzes Peli-Case |
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