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Fifty-four years later
Das Comeback der Blancpain Fifty Fathoms im Jahr 2007

Langweiliger könnte das Verfassen eines Artikels über eine Taucheruhr kaum ausfallen: Erstens gehört die Fifty Fathoms vermutlich zu den am besten (wenn auch z.T. enorm widersprüchlich) dokumentierten Vertreterinnen ihrer Gattung, somit bleibt praktisch keine Chance auf den i.d.R. angestrebten inhaltlichen Primeur auf dieser Website. Zweitens lässt sich die Uhr in einem einzigen Satz mehr als treffend beschreiben: Sie ist schlichtweg die schönste, geschichtsträchtigste und dürfte gleichzeitig auch die teuerste Taucheruhr ihrer Art auf dem Markt sein. Punkt.

Deshalb: Überlegen Sie nicht länger, weshalb Sie eine Kreditkarte haben, verlassen Sie diese Site und gut ist. - Denn ganz ehrlich: Mehr werden Sie in den folgenden Minuten nicht über diese Uhr erfahren...

Für all diejenigen, die sich partout nicht mit dieser Kurzversion abspeisen lassen wollen: Unsere Zeitreise beginnt im Jahr 1952 und endet im Jahr 2007.

Geschichte aus dem FF
Wer's erfunden hat, ist natürlich klar: Die Schweizer. Weniger klar ist indes, wem nun die Ehre gebührt, die erste Taucheruhr überhaupt erfunden zu haben: Dass sich mit zunehmender Popularität des Tauchens auch zunehmend Uhrenhersteller mit der Entwicklung einer passenden Uhr beschäftigten, zeigt die Geschichte ausreichend auf. Und dass das Jahr 1953 als Geburtsstunde der klassischen Taucheruhr mit Drehring gilt, ist ebenfalls ausreichend bekannt. Auch dass sich zahlreiche wasserdichte Uhren schon Jahre zuvor erfolgreich in Einsätzen unter Wasser behauptet haben, ist nichts Neues.

Man kann der 1953 lancierten Fifty Fathoms dafür definitiv zugestehen, dass sie als eine von mindestens zwei Vertreterinnen ihrer Art als stilbildendes Ur-Modell der Taucheruhr gelten darf. Und noch wichtiger: dass sie explizit als Taucheruhr konzipiert wurde. Kurz gesagt: Die Fifty Fathoms war nicht die erste Uhr fürs Tauchen, aber sie gilt gemeinsam mit der Submariner von Rolex als eine der einflussreichsten, legendärsten und ältesten Taucheruhren der Welt, die trotz einer schier unüberschaubaren Anzahl an Varianten zu den Uhren mit der reichhaltigsten Geschichte zählen darf.

Diese Geschichte bliebe aber unvollständig, wenn nicht nur die Schweizer, sondern auch die Franzosen erwähnt würden, die ebenso massgeblich zur Entwicklung der Fifty Fathoms beigetragen haben. Denn auch die französische Marine erkannte im Zuge des zweiten Weltkriegs, wie wichtig Kampftaucher für die Kriegsführung waren. Und so machten sich die Offiziere Robert Maloubier und Claude Riffaud im Jahr 1952 mit offiziellem Auftrag daran, eine Elite-Einheit von Kampftauchern zu bilden, die gezwungenermassen auch ein adäquates Zeitmess-Instrument für die in jeder Hinsicht extremen Einsätze benötigen würde.

Maloubier und Riffaud schlugen in dieser Hinsicht vermutlich einen logischen Weg ein und schrieben das Projekt kurzerhand aus, nachdem keine Uhr gefunden werden konnte, die den Anforderungen entsprach (Anmerkung: Es gibt zahlreiche unterschiedliche Versionen zu diesem Kapitel der Geschichte - die vermittelnde Rolle des Tauchzubehör-Herstellers Spirotechniques beispielsweise als zentrale Anlaufstelle ist nur eine davon). 

Es war Jean-Jacques Fiechter, CEO von Blancpain von 1950 bis 1980, der die die beiden Offiziere schlussendlich auf ihrer Mission unterstützen sollte: Nachdem klar geworden war, dass nur eine Neuentwicklung den präzisen Vorstellungen Maloubiers entsprach, erhielt der passionierte Taucher den Zuschlag. Denn für Maloubier stand nach dem ersten Treffen mit Fiechter fest, dass er in Blancpain den idealen Partner gefunden hatte, um eine Uhr zu entwickeln, die über den geforderten äusseren Drehring verfügte.

Dass dieser schlussendlich einseitig und nur durch leichtes Herunterdrücken zu drehen war, ist indes der Erfahrung Fiechters zu verdanken: Als Taucher konnte Fiechter damit garantieren, dass bei unabsichtlicher Betätigung des Drehrings die Dauer eines Tauchgang lediglich verkürzt und nicht etwa fatalerweise verlängert wurde. - Ein Prinzip, dass sich bis heute nicht verändert hat.

Um Patent-Verletzungen zu verhindern, entschied man sich bei Blancpain für eine klassische, unverschraubte Drehkrone mit zwei O-Ringen vor Wassereinbruch geschützt. Damit deren Belastung und somit Verschleiss möglichst gering gehalten werden konnte, kam von Beginn weg nur ein Automatik-Werk des Stamm-Lieferanten A. Schild SA in Frage, das auf Wunsch Fiechters zusätzlich noch mit einem Magnetschutz versehen wurde.

Das Pflichtenheft der "École des Nageurs de Combat" auf der anderen Seite brachte das unter jeder Bedingung einfach ablesbare Zifferblatt und die Nachtablesbarkeit sowohl von Zifferblatt wie auch Drehring mit. In Kombination all dieser Elemente wurde nach einjähriger Entwicklungszeit der Grundstein für eine einmalige militärische Karriere der nach ihrer Wasserdichtheit benannten fünfzig Faden (was 91,45 Metern entspricht) gelegt - die Uhr dürfte aber schon zu beginn weg mehr ausgehalten haben.

Die Uhren fanden (vermutlich via Spirotechnique) nicht nur den Weg in die französischen Truppen, sondern bald auch ans Handgelenk der zivilen Kundschaft, mit dem viel zitierten Auftritt in Jacques Cousteaus preisgekrönten Tauchfilm "The silent World" als prominentestem Beispiel.

Mit einem Verkaufspreis von weniger als 100 Dollar waren die Taucheruhren von Blancpain nebst den Modellen von Rolex und Zodiac (die ebenfalls auf 1953 datiert werden) schnell zum unverzichtbaren Begleiter für all diejenigen geworden, die "the finest, most rugged sports-timing watch ever developed" (so die damalige Werbung) dabei haben wollten.

Schon zu Beginn ihrer steilen Karriere erhielt sie ein enorm praktisches Update, das in mehreren Versionen der Fifty Fathoms zu finden ist: Der als "Moisture Indicator" bezeichnete grosse Punkt bei sechs Uhr sollte dem Träger jederzeit anzeigen, dass die Uhr noch dicht war (ein Merkmal, das ebenfalls in der amerikanischen MIL-W-22176 vermerkt ist). Oder eben nicht, wenn eine entsprechende Verfärbung das Gegenteil hiess.

Die Modelle mit dem durchgestrichenen Symbol für Radioaktivität sollten indes relativ klar aufzeigen, dass in diesem Fall garantiert kein radioaktives Leuchtmaterial verwendet wurde (was bei ein paar militärischen Varianten noch der Fall war).

Um 1958 war die Blancpain Fifty Fathoms mit 200 Metern Wasserdichtheit schon längst ihrer Namensvorgabe entwachsen. Es gab Modelle unterschiedlicher Grössen, mit unterschiedlichen Namenszusätzen (LIP, Tornek-Rayville, Technisub), Versionen mit und ohne Datum, und die Sache wird spätestens hier extrem schnell extrem unübersichtlich.

Gutes Beispiel für die fast nicht zu bewältigende Vielfalt: Etwa ab 1960 tauchte die Fifty Fathoms (im damals von zahlreichen Marken verwendeten ovalen Gehäuse mit Glassicherung) mit blauem oder orangem Zifferblatt bei den deutschen Kampfschwimmern und Tauchern auf.

Spannendes Detail am Rande: Während diese Uhren nicht im geforderten Mass antimagnetisch waren, mussten die deutschen Minentaucher die Uhr jeweils ablegen, bevor die Annäherung an den hochempfindlichen Sprengkörper erfolgte.

Ebenfalls im deutschen Einsatz war die klassische Version sowie die in der rechten Spalte abgebildete Variante mit dem durchgehend schwarzen Drehring, der einzig ein Leuchtdreieck aufwies. Diese Uhr wurde vermutlich ab 1976 eingeführt und gilt heute als charakteristischstes Fifty-Fathoms-Modell der Bundeswehr-Ära.

Aber zurück zur erwähnten Vielfalt: Tauchschulen, Polizei-Taucher, militärische Einheiten bspw. in den USA, Spanien, Frankreich, Israel und wie erwähnt Deutschland, zivile Gesellschaften wie die GERS (Groupe d'Études et de Recherches Sous-Marines), französische Höhlenforscher usw. - kurz gesagt so ziemlich alles, was mit zwei Füssen in Flossen abtauchte, trug damals eine Fifty Fathoms.

Sie war schon damals eine heimliche Legende. Aber die Fifty Fathoms war zu keiner Zeit eine Luxusuhr der Oberklasse: Zweckmässiges Finish und eher einfache Werke waren charakteristisch für die Uhr, die einzig des Tauchens wegen konstruiert wurde und rund um den Globus genau deshalb gerne gekauft wurde.

Alles in allem fallen auf die Zeit von 1953 bis etwa 1976 mindestens zwei Dutzend (!) zum Teil massiv unterschiedliche Varianten der Fifty Fathoms, die es dem Sammler heute nicht gerade einfach machen, den wachsenden Markt an Fälschungen ohne Panne zu umschiffen.

In der aufkommenden Quarzkrise wurde es schliesslich ruhig um die Fifty Fathoms: Denn auch wenn mit dem Bestseller des Herstellers zeitweise bis zu 8'000 Stück jährlich die Produktionsstätte in Villeret verliessen, so kam auch Blancpain nicht spurlos durch die Quarzkrise.

Erst unter der äussert geschickten Leitung Bivers feierte die Uhr um 1999 ein erstes Comeback, und mit der im Anschluss als "Concept 2000" lancierten Linie wirbelte sie schon gehörig Staub auf: Die damals ebenso gewagte wie innovative Kombination aus Kautschuk und Stahl sowie zusätzliche Chronographen- und Edelmetall-Varianten sorgten einerseits für Aufsehen, andrerseits bedeuteten sie aber auch die ultimative Abkehr von der "Toolwatch" aus verganenen Zeiten. Bestes Beispiel: Der Drehring verfügte nicht einmal mehr über ein Leuchtdreieck, sondern bestand einzig aus einem erhabenen Dreieck, im Material des Drehrings gehalten.

2003: Zurück ins Jahr 1953
Mit Marc Hayek als neuem CEO fand die Fifty Fathoms optisch zu ihren verdienten Wurzeln zurück: Die Jubiläums-Edition des Jahres 2003 (bestehend aus je drei Editionen a 150 Stück, verteilt auf den amerikanischen, europäischen und asiatischen Markt) verfügte erstmals in der Geschichte der Uhrenindustrie über eine einseitig drehbare Lünette mit bombiertem Saphirglas-Einsatz (anstelle des ursprünglich verwendeten Epoxydharz-Überzugs der 50er-Jahre). Ansonsten war sie durch und durch dem Original nachempfunden, auch wenn sowohl Preis als auch Ausstattung ganz klar in der Gegenwart des Luxusuhren-Herstellers angekommen waren: Die bis 300 Meter wasserdichte Uhr wurde vom Kaliber 1151 angetrieben, das rund 100 Stunden Gangautonomie mitbrachte; der Preis lag bei 12'000 Euro.

Die Fifty Fathoms 50th Anniversary (und insbesondere deren Erfolg) war nicht nur Wegbereiter für das aktuelle Modell des Jahres 2007 - sie sorgte auch dafür, dass sich der Kreis endlich schloss: Die Lancierung brachte nämlich auch ein Wiedersehen mit Robert Maloubier, der gemeinsam mit Marc Hayek (ebenfalls ein passionierter Taucher) unter Wasser demonstrierte, wie einfach sich der Bandwechsel vornehmen liess. Und damit waren alle Elemente endlich wieder vereint: Ein tauchender CEO, Robert Maloubier und jede Menge Innovation an einer umwerfenden Taucheruhr.

2007: Grösser, schöner...
Ihr Comeback war nicht zu übersehen: Mit der nunmehr auf 45 mm Durchmesser angewachsenen Uhr präsentierte sich anlässlich der Basler Uhrenmesse 2007 die unlimitierte Version der ansonsten stark an die Jubiläums-Edition angelehnten Fifty Fathoms. Der Preis von rund 9'400 Euro stürzte zwar (erneut) weltweit ein paar Sammler in eine nicht minder ausgewachsene Krise, die Optik dürfte indes dafür gesorgt haben, dass Selbsthilfe-Gruppen im Bereich Objektophilie schlagartig mehr Zulauf erhalten haben.

Im Vergleich zum Vorgänger von 2003 unterschied sich die Uhr nicht nur durch Grösse und Werk, der Uhrenhalter für den Bandwechsel war nicht mehr serienmässig dabei (kann aber selbstverständlich bestellt werden).

Kaum lanciert bot, sie den Besuchern in Basel schon eine erste Überraschung: Während eine Mehrzahl der grösseren Uhrenhersteller in der Regel eher zögerlich den Kontakt mit dem Endverbraucher sucht, Neuheiten nicht immer ausserhalb des Standes einsehbar sind und ein Betreten der Stände für Normalsterbliche zum Teil lebensgefährlich ist, platzierte Blancpain ein Modell der Dreizeiger-Version genau so, dass die Uhr problemlos begutachtet oder gar umgelegt werden konnte (ohne dass den Besucher das selbe Schicksal ereilte). Und die Anzahl Fingerabdrücke an eben jenem Modell konnte bereits als erstes Indiz für die darauf folgende, durchwegs begeisterte Aufnahme der Neuheit, sowohl in der Presse als auch beim Käufer, gewertet werden.

Im September des selben Jahres feierte die Fifty Fathoms erneut Premiere: Die ersten 30 Stück der Kollektion wurden anlässlich der internationalen Boot- und Yacht-Show in Cannes am 14. September 2007 der Fachpresse präsentiert. Mit dabei: Gianluca Genoni, mehrfacher Weltrekordhalter im Freitauchen, der den atemberaubenden Zeitmesser persönlich in etwas weniger atemberaubenden 30 Meter Tiefe von Marc Hayek in Empfang nahm.

Drei Versionen für die nächsten 50 Jahre
Nebst der hier mehrheitlich beschriebenen Dreizeiger-Uhr (erhältlich in Rotgold und Stahl) umfasst die Kollektion nunmehr auch einen Flyback-Chronographen (ebenfalls in Rotgold und Stahl) sowie ein Tourbillon (in Weiss- oder Rotgold). Und mit der Vorstellung einer rein weissen Variante der Dreizeiger-Uhr zeichnet sich indes ab, dass im Jahr 2008/09 noch weitere Farben dazu stossen werden. - Im Vergleich zum Tourbillon zwar historisch begründbar, aber für Puristen vielleicht nicht ganz so lebensnotwendig.

Und damit nun endlich zum Hauptdarsteller dieses Artikels, der klassischen Dreizeiger-Uhr mit schwarzem Zifferblatt:

Herrin der Ringe
Der Drehring ist eine Klasse für sich: Ein bombierter Saphirglasring, darunter ein patentierter Mix aus schwarzem Lack, gelaserten Markierungen und Ziffern, die sechsfach mit einer Superluminova-Schicht versehen wurden und anschliessend mit einer Schicht Schutzlack versiegelt wurden. In Kombination mit dem Saphirglas über dem Zifferblatt entsteht dadurch eine haptische und optische Wucht, die auch nachts jedes Auge zum Leuchten bringt: Die Leuchtkraft ist ebenso intensiv wie ausdauernd, die aufgesetzten Ziffern und Indexe des Zifferblattes sind in der Dunkelheit sogar noch einen Touch intensiver als die des Drehrings.

Die Begeisterung reisst auch beim Rest der Uhr nicht ab: Eine einmalige Schönheit, die schlichtweg aus jedem Blickwinkel Perfektion bietet. Auch hinter der Fassade: 

Das Werk
Mit der jüngsten Version der Fifty Fathoms feierte auch Blancpains Kaliber 1315 seine Premiere. Im Prinzip ist es eine Weiterentwicklung des 2006 vorgestellten Handaufzugwerks 13RO mit stattlichen 8 Tagen Gangreserve. Nur eben mit klassisch einseitig aufziehendem Bimetallrotor und einer Gangreserve von nicht minder stattlichen 5 Tagen resp. rund 120 Stunden, da die möglichst platzsparende Integration des Aufzugsmechanismus' des Rotors logischerweise eine Reduzierung der Federhäuser erforderlich machte.

Die Glucydur-Unruh oszilliert mit 28'800 Halbschwingungen pro Stunde, die Feineinstellung erfolgt über vier Goldschrauben am Unruhreif und nicht etwa durch einen klassischen Rücker. Hier zeigt sich besonders gut, dass Blancpain dem Werk ein möglichst unerschütterliches Gemüt zugedacht hat.

Eine weitere Besonderheit des 222-teiligen Kalibers: Das Datum kann bei entsprechender Kronenposition in beide Richtungen verstellt werden. Und - gerade bei Taucheruhren eher eine Ausnahme - das anmutig aber zurückhaltend dekoriert (Colimaçon-Soleil) wirkende Werk steckt (historisch korrekt) in einer dreiteiligen Kalotte aus Weicheisen, um den Besitzer der Uhr überdurchschnittlich gut vor Magnet-Einflüssen zu schützen. Es reicht ja schliesslich, dass die Fifty Fathoms selbst schon über mehr Anziehungskraft verfügt, als für manches Budget gesund ist...

Wie bei jeder Werk-Neuentwicklung wird sich wohl erst im Laufe der Zeit zeigen, ob die Gesamt-Konstruktion den Erwartungen vollumfänglich gerecht wird. Aber es wäre doch erstaunlich, wenn das robuste Manufakturkaliber den hohen Ansprüchen des Kunden und nicht auch zuletzt des Herstellers mehr als gerecht wird: Die durchdachte Bauweise birgt genügend Reserven für zusätzliche Komplikationen, und so dürfte die Kaliberfamilie 13 (vermutlich eine Reminiszenz an die 131/2 Linien) in Zukunft noch in manch anderer Uhr auftauchen.

Gebändigt
Die Fifty Fathoms kommt sowohl mit einem schwarzen Kevlar-Band mit Kautschuk-Kern, als auch mit einem Kautschukband für den Taucheinsatz. Beide Optionen verfügen über eine Dornschliesse, was angesichts des Preises durchaus hinterfragt werden kann. Der Bandwechsel erfolgt wie schon beim Vorgänger mit wenigen Handgriffen.

Die Preisfrage
Über die rund 9'400 Euro für eine Taucheruhr in Stahl kann man natürlich ebenso hitzig wie ausgiebig diskutieren. Denn selbstverständlich wurde hier ein Niveau erreicht, dass sich rational unmöglich noch mit der Ausübung des Tauchsports in Einklang bringen lässt: Für diesen Preis gibt's eine komplette Tauchausrüstung und den perfekten Tauchurlaub dazu!

Aber Hand aufs Herz: Erstens liegt es in der Natur eines Luxusguts, erst einmal unerschwinglich zu sein, zweitens macht der Preis die Uhr kein bisschen weniger begehrenswert, drittens hat sich die Fifty Fathoms dadurch schlichtweg an die Spitze der Nahrungskette abgesetzt, und viertens ist es derzeit unmöglich, eine Uhr zu finden, die auch nur annährend das bietet, was die Fifty Fathoms bei einem Treffen in freier Wildbahn auslöst. Insofern fällt der Verzicht auf den Tauchurlaub wahrscheinlich leicht und die Ausrüstung kann notfalls gemietet werden.

Fazit
Hier wurde erstmals eine Neuflage lanciert, die begehrenswerter als das Original ist. Oder mit anderen Worten: Die neue Fifty Fathoms ist schlichtweg die schönste, geschichtsträchtigste und dürfte gleichzeitig auch die teuerste Taucheruhr ihrer Art auf dem Markt sein. Aber das wussten Sie ja bereits...

Modell-Übersicht (Stand 2007)

Referenz Modell Werk Preis
5015-1130-52 Fifty Fathoms Automatique;

45mm Durchmesser, Edelstahlgehäuse, wasserdicht bis 300 Meter

 

Kaliber 1315 mit automatischem Aufzug, 5 Tage Gangreserve

k.A.
5015-3630-52 Fifty Fathoms Automatique;

45mm Durchmesser, Rotgoldgehäuse, wasserdicht bis 300 Meter

 

Kaliber 1315 mit automatischem Aufzug, 5 Tage Gangreserve

k.A.
5085F-1130-52 Fifty Fathoms Chronographe Flyback;

45mm Durchmesser, Edelstahlgehäuse, wasserdicht bis 300 Meter

 

Kaliber F185 mit automatischem Aufzug, 40 Stunden Gangreserve; Flyback

k.A.
5085F-3630-52 Fifty Fathoms Chronographe Flyback;

45mm Durchmesser, Rotgoldgehäuse, wasserdicht bis 300 Meter

 

Kaliber F185 mit automatischem Aufzug, 40 Stunden Gangreserve; Flyback

k.A.
5025-1530-52 Fifty Fathoms Tourbillon;

45mm Durchmesser, Weissgoldgehäuse, wasserdicht bis 300 Meter

Kaliber 25A mit automatischem Aufzug, 7 Tage Gangreserve, Tourbillon. Gangreserve-Anzeige auf Zifferblatt (dafür kein Datum, kein Sekundenzeiger) k.A.
5025-3630-52 Fifty Fathoms Tourbillon;

45mm Durchmesser, Rotgoldgehäuse, wasserdicht bis 300 Meter

Kaliber 25A mit automatischem Aufzug, 7 Tage Gangreserve, Tourbillon. Gangreserve-Anzeige auf Zifferblatt (dafür kein Datum, kein Sekundenzeiger) k.A.

 

Der Prototyp der im Jahr 2007 lancierten Dreizeiger-Variante weist im Vergleich zur Serienversion noch über ein Datumsfenster bei 3 Uhr auf; die endgültige Version hat das Datum zwischen 4 und 5 Uhr, die Ziffer 3 findet sich somit auf dem Zifferblatt ausgeschrieben

Die erste Fifty Fathoms von 1953; das Gehäuse misst stattliche 42 mm. Als Werk wurde ein AS 1361 eingesetzt

Als Agent für den Vertrieb der Fifty Fathoms in Frankreich eingespannt, existieren zahlreiche Varianten mit dem Zifferblattzusatz "LIP" - hier ein mit 34.1 mm Durchmesser bedeutend kleineres Modell mit dem typischen Tropical-Band. Das besagte Modell wurde vermutlich zwischen 1953 und 1955 für die CIEPM-Tauschule des französischen Militärs bereitgestellt und verfügt über die charakteristische Indikationsanzeige der Dichtigkeit bei 6 Uhr. Als Werk kam ein AS 1361 zum Einsatz.

Ebenfalls in den Zeitraum 1953 bis 1955 fällt das baugleiche Modell mit LIP-Bezeichnung und im Vergleich leicht unterschiedlichen Zeigern.

Eine 41 mm grosse Version aus 1960, die der US Navy zugeschrieben wird. Die Uhr verfügt über ein AS 1700.

Als das US Militär ebenfalls eine Taucheruhr für seine Kampftaucher beschaffen wollte, bewarb sich Allen Tornek mit der Allen V. Tornek Co. (damals Importeur von Blancpain in den Staaten und ebenfalls ein Taucher) um den Auftrag.

Zahlreiche Restriktionen sorgten u.a. dafür, dass Tornek die Fifty Fathoms nur mit ein paar Kunstgriffen und unter der Bezeichnung "Blancpain Tornek" resp. "Tornek Rayville" als Gewinnerin der Ausschreibung platzieren konnte.

Ein MILSPEC-1 Modell (mit entsprechendem Zifferblatt-Zusatz) der US Navy mit Feuchtigsindikator. Der Gehäusedurchmesser beträgt 41.2 mm, als Werk kam ein AS 1361 zum Einsatz. Vermutlich um 1960.

Vermutlich um 1970 für die deutschen Kampfschwimmer angeschafftes Modell mit Anti-Radiations-Symbol.
1976 war das Einführungsjahr dieser 42 mm grossen Variante der Fifty Fathoms "Bund" bei der Bundeswehr ("schiffstechnischer und allgemeiner Tauchdienst") - die Gehäuseform wurde bei zahlreichen Herstellern eingesetzt; als Werk kam ein ETA 2873 zum Einsatz.
Von Technisub (siehe Zifferblatt-Aufdruck) in Tauchshops vertriebenes Einstiegsmodell "Bathyscaphe" der Fifty Fathoms, vermutlich um 1970, 37 mm Durchmesser.
Mit der "Fifty Fathoms Trilogy" feierte die Ikone im Jahr 1999 ein erstes Comeback
An der internationalen Boot- und Yacht-Show in Cannes wurden die ersten 30 Exemplare der Fifty Fathoms der internationalen Fachpresse präsentiert.
Vor Cannes tauchte der mehrfache Weltrekordhalter im Freitauchen, Gianluca Genoni, nach...
...kurzer Vorbereitungszeit auf 30 Meter Tiefe ab, um dort von Marc Hayek das erste Exemplar aus der Serienfertigung in Empfang zu nehmen.
Gianluca Genoni und Marc Hayek während der folgenden Pressekonferenz
Im Vergleich zum hier gezeigten Vorserienmodell verfügt das Serienmodell zusätzlich noch über die Gravur "Antimagnetic" mittig auf dem Gehäuseboden.
(Update 2009): Vier nachträgliche exemplarische Sondervarianten der Fifty Fathoms (v.o.n.u.): Die ganz schwarze, die beiden weissen und die 2009 vorgestellte blaue Version im Weissgoldgehäuse (limitiert auf 50 Exemplare).

 

 

DATEN (Basisversion)
Modell: Blancpain Fifty Fathoms
Referenz: 5015-1130-52
Gehäuse: dreiteiliges Stahlgehäuse mit Weicheisen-Innengehäuse, verschraubter Boden und Krone
Lünette: einseitig rastend mit Saphirglas-Einsatz, sämtliche Markierungen sind mit Leuchtmasse bestückt
Zifferblatt: schwarz, aufgesetzte eingefasste Indexe, mit Superluminova beschichtet
Glas: beidseitig entspiegeltes Saphirglas
Wasserdichtheit: 300 Meter
Werk: Blancpain-Kaliber 1315 mit 30,6 mm Durchmesser und 5,65 mm Bauhöhe, 35 Rubine, 28'800 A/h und 120 Stunden Gangreserve; Rotor einseitig aufziehend, Sekundenstopp, Datumskorrektur in beide Richtungen
Funktion: Stunden, Minuten, Zentrumssekunde und Datum
Band: schwarzes Kevlar-Armband mit Dornschliesse aus Stahl
Dimensionen: 45 mm Durchmesser, 15,5 mm Höhe
Gewicht: 120 g
Preis: ca. € 9'400.- (2007)
Varianten: siehe Tabelle
Box: schwarzes Peli-Case
   

PAGE INFO
Year of first Publication: 2007
 


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