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Mann sind die dick, Mann!

Die hier abgebildete, bis 1000 Meter wasserdichte Certina DS-2 hat sich bislang als eines der schwierigeren Recherche-Objekte erwiesen. Bis auf den durch Certina berichteten Einsatz einer optisch identischen Folgevariante namens DS-3 (Ref. 5801 302 resp. 913 1301 41) während der Tektite-Experimente im Jahr 1970 (siehe auch hier) und der Verwendung der DS-3 durch die Royal Australian Navy gibt es wenig Spuren in Praxis-Einsätzen. Und diejenigen, die's gibt, sind dann prompt etwas widersprüchlich: Denn es gab schon vor der 1000-Meter-Variante eine Certina DS-2 Super PH500M (Ref. 5801 123), deren Aussehen bedeutend mehr derjenigen Uhr ähnelt, die auf einem der wenigen Bilder der Tektite-Mission zu sehen ist. Diese Uhr wurde vermutlich ab 1968 bis mindestens 1969 geführt.

In diesem Sinne präsentiert sich hier (vorerst) eine Text-Ruine: 

So wie es scheint, gab es zwei Farbvarianten der DS-2: Das hier gezeigte schwarze Zifferblatt sowie eine gelbe (von Certina aber offiziell als orange bezeichnete) Zifferblatt-Variante. Ausserdem taucht ganz selten ein baugleiches Modell unter der Hersteller-Bezeichnung „Technos“ auf, welches entweder mit einem eindeutig orangefarbenen oder schwarzen Zifferblatt aufwartet. Ebenfalls existiert eine vermutlich spätere Certina-Version mit aufgesetzten Stunden-Indexen (im Vergleich zu den hier aufgedruckten). Bei den Bändern gab es vermutlich ein klassisches Tropical-Band, ein glattes schwarzes Gummiband sowie ein Stahlband, wobei Certina die Uhr mit Stahl-, Corfam- und Lederband bewarb.

In einer Broschüre des Herstellers aus dem Jahre 1972 wurde die DS-2 (gelbes Zifferblatt mit aufgesetzten Indexen) noch als Ref. 5801 302 geführt. Der Preis betrug CHF 420.- für die Version am Stahlband, CHF 385.- mit Corfam-Band. Ein Jahr später betrug der Preis CHF 430.- mit Stahlband, CHF 395.- mit Lederband (obschon aber eigentlich ein Tropical-Band gezeigt wurde). Im Jahr 1974 erfolgte ein Wechsel des Referenz-Nummern-Systems und die (äusserlich) identische Uhr wurde mit schwarzem Zifferblatt neu unter der Ref. 913 1301 41 geführt, der Preis betrug nun CHF 570.- mit Stahlband, CHF 515.- mit Lederband (obschon auch hier ein Tropical gezeigt wurde).

Die Variante mit aufgesetzten Stunden-Indexen wurde indes bis mindestens 1978 unter der Referenz-Nummer 919 1301 41 im Händlerkatalog geführt, wobei gemäss Certina-Referenz-Nummernsystem die ersten drei Ziffern auf das Werk (919), die vier mittleren Ziffern auf das Gehäusematerial (1301 für Edelstahl) und die beiden letzten Ziffern für das gewählte Zifferblatt (41 für schwarz) stehen.

Die für Certina legendäre Bezeichnung „DS“ steht für Double Security (das Uhrwerk liegt beispielsweise besonders stossgesichert in einem weissen Gummiring eingebettet). In Zusammenhang mit der folgenden Nummerierung liegt der Schluss nahe, dass die zwei Modelle (DS-2 und DS-3) sich hauptsächlich durch zwei- resp. dreifache Kronendichtungen unterscheiden - eine Erklärung, die bislang aber nicht als bestätigt gelten kann. 

Beim verwendeten Werk handelt es sich im späteren Fall mit grösster Wahrscheinlichkeit um das automatische Cal. 919-1 mit 25 Rubinen, 28'800 Halbschwingungen, 25.6 mm Durchmesser und 5.2 mm Bauhöhe (siehe Nummernsystem weiter oben). Andere Quellen erwähnen jedoch das Cal. 25-651, was zumindest mit dem Wechsel des Referenz-Nummer teilweise erklärt werden könnte. Als Besonderheit verfügt die DS-2 nicht über eine Datumschnellschaltung.

Die DS-2 wurde vermutlich von 1970 bis 1975 im Sortiment geführt, in welchen Zeitraum die DS-3 fällt, bleibt ungeklärt, es scheint aber, dass die zwei Modelle nicht gleichzeitig im Sortiment waren (und die DS-3 in den Herstellerbroschüren zwischen 1972 und 1974 auch nicht auftauchte). Auf jeden Fall wird die DS-2 mindestens bis 1974 in Katalogen erwähnt, die Variante mit aufgesetzten Indexen wie schon erwähnt bis mindestens 1978 in Händlerkatalogen.

Innerhalb der damaligen Kollektion findet sich im selben Zeitraum auch ein bis 200 Meter wasserdichtes Modell mit bedeutend salonfähigeren Abmessungen, die DS-3 PH 200 (nicht abgebildet). Auch dieses Modell weist den charakteristisch hohen Drehring mit Bakelit-Einlage auf, unterscheidet sich in der Gehäuseform aber schon recht massiv. Desweiteren befand sich als Vorgängerin wie erwähnt auch eine bis 500 Meter wasserdichte Variante der DS-2 im Sortiment (siehe Abbildung), vermutlich zwischen 1968 und 1970, die als Besonderheit über eine Drehring-Sperre ähnlich der GST Aquatimer verfügte. Die hier ebenfalls zusätzlich gezeigte 200-Meter-Variante dürfte vermutlich in die Zeit danach fallen.

Das Comeback

Zur Uhrenmesse Basel im Jahr 2004 stellte Certina einen Nachfolger (Ref. 633.7128.42.61) des hier gezeigten Modells vor (siehe auch hier, Abschnitt 2004). Das in Anlehnung ans Gründungsjahr des Unternehmens auf 1888 Stück limitierte Modell verfügte zusätzlich erstmals über ein integriertes Heliumventil bei 9 Uhr. Mit rund CHF 900.- Verkaufspreis ein ausserordentlich attraktives Modell, vorausgesetzt, man kann sich mit dem etwas gewöhnungsbedürftig gestalteten Stundenzeiger anfreunden. Mehr zu diesem Modell hier.

Die enorme Bauhöhe verrät, dass sich das Gehäuse gegen Tiefe zu wehren weiss
Hier ein Blick auf das "nackte" Gehäuse.
Der Schutzlack auf dem massiven Gehäuseboden als Zeichen eines ungetragenen Exemplars
 
Die DS-2 als 200-Meter-Version mit klassisch zweiteiligem Gehäuse und Certina-typischer Schildkröten-Gravur; daneben die 500-Meter-Variante.
Die bedetuend seltenere Certina Super PH 500m, der Gehäusedeckel des gezeigten Modells ist ebenfalls noch mit Schutzlack versehen.
   

PAGE INFO
Year of first Publication: 2003

LINK SUGGESTION
Certina DS-3 Re-Edition


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