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Die Argonautensage
cx Swiss Military Watch Professional Divers Automatic Chronograph
Argonaut 1000
Wenn ein Uhrenhersteller
seit 2005 den Titel für sich beanspruchen kann, die wasserdichteste
seriengefertigte mechanische Taucheruhr - und in Form der
12‘000 Feet gleichsam den
dichtesten mechanischen Chronographen - im Programm zu haben, überrascht
es schon ein bisschen, wenn dessen Produkt-Neuheit von 2007 „nur“ 1‘000
Meter Wasserdichtheit verspricht (also rund 3‘200 ft). Aber eben nur ein
bisschen. Denn während mit der grossen Schwester ganz klar ein Extrem
geschaffen wurde, bietet die (grundsätzlich nicht viel kleinere) Argonaut
1000 doch eine Portion mehr Allround-Qualitäten, reiht sich optisch
harmonischer in die bisherige Kollektion ein und profitiert gleichsam von
Erfahrungen und Erkenntnissen, die bei der
12‘000 Feet gesammelt
wurden. Somit dürfte auch die auf 200 Exemplare limitierte Argonaut
1000 keinerlei Schwierigkeiten haben, selbst extremste Situationen
wegzustecken.
Und obschon beispielsweise Amazonen, Amykos, Symplegaden,
Harpyien oder überhaupt das goldene Vlies selbst sicher in diese Kategorie
gehören würden, so wurde die bereitgestellte Argonaut 1000 aus der
Serienproduktion trotz namensgebender Sage doch eher herkömmlich getestet:
nämlich als Taucheruhr unter Wasser und als Zeitmessgerät zu Land.
Der Schritt zurück als
Schritt nach vorne
Im Jahr 2005 wurde der
über längere Zeit gültige Rekord der bis 3‘000 Meter dichten
(mechanischen) Taucheruhr gleich um 657 Meter quasi nach unten korrigiert:
Der Basler Hersteller Charmex beschritt konstruktions-technisch völliges
Neuland und präsentierte mit der Swiss Military
12‘000 Feet ein wahres
Tiefsee-Ungeheuer: mit über 50mm Durchmesser und über 300 Gramm
Kampfgewicht sorgte und sorgt der unübersehbare Chronograph unweigerlich
für Aufsehen unter den bislang einzig als Dreizeigeruhren vertretenen
Taucheruhren der Spitzenklasse.
Zwei Jahre später bricht
Swiss Military zwar keine Rekorde, aber die auf den Namen Argonaut
getaufte Uhrenneuheit von 2007 dürfte manchem potentiellen Eroberer der
Tiefsee gerade deshalb Freude bereiten: Einerseits ermöglichte die
gebotene Wasserdichtheit von 1‘000 Meter eine massentauglichere
Dimensionierung von 46mm Durchmesser. Andrerseits bietet die Argonaut
optisch viel Gemeinsamkeit mit den bislang ausschliesslich als
Quarz-Modellen erhältlichen Vertretern der Kollektion (bspw. Seewolf und
Navy Diver) und profitierte unübersehbar auch von den Erfahrungen, die mit
dem Flagschiff 12‘000 Feet
in der Praxis gesammelt wurden. Abgerundet wird das Paket mit einer engen
Zusammenarbeit bei der Entwicklung mit namhaften Experten aus der
professionellen Tauch-Szene.
Mit der Argonaut 1000
wurde somit ein durch und durch massentauglicher Tauch-Chronograph
geschaffen, der zwar nicht in allen Kategorien mit dem fast schon
mythischen Superlativ der 12‘000 Feet mithalten kann, dafür aber ein paar nicht minder
anziehende Extras mitbringt:
Unaufdringliche Grösse
46mm Durchmesser (ohne
Krone und Drücker) und 20mm Bauhöhe sind – selbst beim nach wie
herrschenden Trend zur Grossuhr fürs Handgelenk – natürlich am oberen
Limit. Aber dass „gross“ nicht gleich „untragbar“ ist, wurde auch bei der
Gestaltung der Argonaut mehrfach hervorragend exerziert: Erstens ist es
eine Wohltat, hier eines der wenigen Zifferblätter zu finden, das mit den
Werk-Dimensionen mithalten kann. Will heissen: Das Datumsfenster befindet
sich tatsächlich dort, wo es hingehört - nämlich an den äusseren Rand des
Zifferblatts.
Zweitens sorgt der
Glasdurchmesser von 31mm, kombiniert mit der zweigeteilten,
schwarz-/metallfarbenen Drehlünette mit einem Durchmesser von 44mm
nochmals für erstaunlich kaschierte Grössenverhältnisse (was u.a. an deren
schwarzen Rand liegt).
Das durchwegs abgerundete
Gehäuse trägt drittens ebenfalls nochmals ein rechtes Stück dazu bei, dass
eine eigentlich ziemlich grosse Uhr ziemlich normal zu tragen ist.
Oder mit anderen Worten:
Auf den ersten Blick wirkt die Argonaut nicht wie eine 46mm Uhr, sondern
eher wie eine 42mm Uhr; insofern passt auch das mit 20mm eigentlich eher
schmal ausgefallene Band perfekt zum Charakter der Uhr.
Die Kommentar-Liste der
nackten Zahlen hört damit aber noch nicht auf, denn fünftens kommt die
Argonaut mit begrüssenswert kurzen Hörnern fürs Band aus: Von Bandanstoss
bis Bandanstoss (resp. Steg bis Steg) misst die Uhr 52mm, das Band wird
somit eher selten übers Handgelenk des Trägers abstehen.
Einzig die 20mm Bauhöhe
bleiben so hoch, wie sie sich auf dem Papier anfühlen. Aber
glücklicherweise ist die Kombination Manschettenknopf/Taucheruhr auch im
Jahr 2007 nach wie vor eine stilistisch völlig unglückliche Wahl, was die
Argonaut – was die Grösse betrifft – zu einem fast schon risikolosen Kauf
macht. Ausser vielleicht für Gegenstände, die sich in den Weg der Argonaut
stellen, hier dürften vermutlich Türrahmen mehr zu befürchten haben, als
die Uhr selbst.
Bleiben wir noch kurz bei
den Zahlen und den damit verbundenen Vorurteilen, die die Argonaut 1000
mitbringt:
1‘000 Meter?
Mit den gebotenen 1‘000
Meter Wasserdichtheit könnte mancher interessierte Käufer vielleicht
schnell das Gefühl haben, dass es sich angesichts einer stattlichen Zahl
der über 1‘000 oder sogar der 2‘000 Meter und mehr wasserdichten
Konkurrenten um wenig Neues respektive Seltenes handle. Vergessen geht bei
diesem in der Tat vorschnellen Urteil jedoch, dass es sich bei der
Konkurrenz fast ausnahmslos um Dreizeiger-Uhren handelt, die höchstens mit
Gehäuse-unabhängigen Komplikationen wie beispielsweise der
Gangreserve-Anzeige versehen wurden.
Bei den Gehäuse-technisch
bedeutend aufwändiger zu realisierenden mechanischen Tauch-Chronographen
aber lässt sich derzeit praktisch an einer Hand abzählen, was auf dem
Markt ist; und selbst die junge Vergangenheit der 1000er bietet ein
ähnlich kleines Feld vergleichbarer Kandidaten. 300, 500 und 600 Meter
dominieren hier früher wie heute als Zifferblattaufdruck.
Die Argonaut gilt mit
ihren 1‘000 Metern also nicht als ultimative Rekorduhr, aber sie zählt
doch zu einem äusserst exklusiven Kreis. Somit dürfte der Entscheid für
gerade diese Druckfestigkeit auch aus Herstellersicht mehr als logisch
gewesen sein: Mit 1‘000 Meter steht der Uhr in der Tat jede erdenkliche
Leistungsreserve zur Verfügung, die psychologische Marke wurde ebenfalls
erreicht und angesichts des nach wie vor ungeschlagenen Schwester-Modells
12‘000 Feet hätte es wenig
Sinn gemacht, gerade 2 Jahre danach für Haus-eigene Konkurrenz zu sorgen.
Übrigens: Die
Chronographen-Drücker selbst bleiben – unverschraubt – bis zu einer
theoretischen Tiefe von 300 Meter dicht und vor allem bedienbar (was durch
die rote Markierung angezeigt wird, siehe Abbildung). Wer noch tiefer
will, sollte also beim Abstieg unbedingt drauf achten, so ab 300 Meter
Tiefe die Drücker zu verschrauben...
4 x 50 x 1‘998
Die Argonaut dürfte mit
vier Varianten wohl für jede Stimmung eine Option bieten: Die Uhr kommt
wahlweise mit gelbem, blauem, silbernen oder dem hier gezeigten schwarzen
Zifferblatt. Die Auflage ist auf gerade mal 200 Exemplare (also je
50/Farbe)
limitiert, die Nummerierung ist einzeln graviert auf dem Gehäuseboden zu
finden.
Somit handelt es sich –
verglichen mit den meist vierstelligen Pseudo-Limitierungen am Markt –
tatsächlich um eine extrem kleine Auflage, die dem Träger ein hohes Mass an
Exklusivität garantieren dürfte. Zu einem Stückpreis von EUR 1‘998.00
(Stand 2007) kommt auf den ersten Blick nochmals ein Garant für ein
weltweit tiefes Partner-Look-Risiko dazu – aber, um nochmals die derzeit
erhältlichen Alternativen am Markt ins Spiel zu bringen, der Preis bewegt
sich hier klar im unteren Drittel der Skala. - Ein vergleichbarer,
COSC-zertifizierter mechanischer Chronograph mit 1‘000 Meter
Wasserdichtheit und mit diesem Lieferumfang ist schwierig zu finden, und
der Prestige-Faktor eines Markenschriftzugs schlägt dann anders zu Buche,
als der rein kaufmännische Faktor.
Fazit: Natürlich sind
knapp 2‘000 Euro kein Pappenstil, aber wer bereit ist, diesen Betrag
anzulegen, erhält dafür extrem viel markante Uhr, gepaart mit nicht ganz
so extrem viel Prestige. Und es soll ja genügend Uhrenfans geben, die
mittlerweile genau dieses Verhältnis als ihr goldenes Vlies erkoren haben,
wenn sich auf Uhrenfahrt begeben…
Und damit verabschieden
wir uns für den Moment von den nüchternen Zahlen und werfen einen Blick
auf die einzelnen Elemente der Argonaut 1000:
Drehring
Es wird genügend
Uhrenfans mechanischer Uhren geben, die genau auf dieses Revival schon
lange gewartet haben: Eine weitere Drehlünette wieder mit nachleuchtenden Ziffern und
Markierungen. Und es dürfte genügend Taucher geben, die genau das schon zu
oft vermisst haben: Eine satt sitzende, selbst mit Neopren-Handschuhen
bedienbare Drehlünette. Sie alle können sich freuen – die Argonaut bietet
beides.
Die einseitig drehbare,
stark kontrastierende, geschwärzte Lünette ist in Zehn-Minuten-Schritten
mit scharfkantigen Reitern versehen, die unter allen Bedingungen Halt
bieten. Und die mit Leuchtmasse gefüllten Zahlen und Markierungen
leuchten, in Kombination mit Stunden- und Minutenzeiger, schon bei
unmerklich reduzierten Lichtverhältnissen, während sich die aufgesetzten
Stunden-Indexe des Zifferblatts etwas mehr Zeit zum Leuchten lassen.
Die innere Hälfte des
Drehrings besteht aus einer metallfarbenen Einlage mit durchgängigen
Minutenstrichen, die mit 5 endenden Zeiten sind jeweils ausgeschrieben.
Die Rastung selbst ist in den standardmässigen 60 Schritten (mit
angenehmem Widerstand und sattem Klang) gehalten; eine Verdoppelung auf
120 hätte zwar die Haptik nochmals aufgewertet, wäre punkto Funktionalität
aber irrelevant gewesen. Plus hätte dies zu einem unerwünschten Kompromiss
bei der Bedienung geführt, und der Ring hätte bedeutend leichtgängiger
ausfallen müssen. - Angesichts dessen Exponiertheit ein unglücklicher
Effekt, der unweigerlich zu Fehlmanipulationen geführt hätte.
Ebenfalls viel zu selten
anzutreffen: Die Leuchtmarkierung bei 12 Uhr sitzt auch tatsächlich exakt
auf 12 Uhr.
Fazit: Auch wenn die
kleineren Leuchtdreiecke auf dem Ring funktional unnötig sind, wer beim
Drehring nach Fehlern sucht, sucht erfolglos. Einzig die Zukunft mag
aufzeigen, wie sich die Leuchtmasse im Drehring punkto Haltbarkeit und
Verfärbungen verhält und wie die geschwärzte Lünette diese Farbe vor allem
an den Kanten behalten wird.
Tauchzeit
Im Vergleich zur
12‘000 Feet verfügt die Argonaut nicht nur über einen bedeutend markanteren
Minutenzeiger, er wurde auch gleich mit der Pfeilspitze unmissverständlich
zu der Rolle befördert, die ihm im Taucheinsatz zusteht: Die Angabe der
verstrichenen Zeit seit Beginn des Tauchgangs in Kombination mit dem
Drehring. Diese Aufgabe meistert er perfekt, und wer genau hinsieht, wird
an der im Vergleich zum Stundenzeiger fast identisch ausgeführten
Vertiefung/Form für die Leuchtmasse seine Freude haben.
Und wer unbedingt noch so
etwas wie Kritik (jenseits des persönlichen Geschmacks) hören will: Das
gewählte Zeiger-Layout führt natürlich unweigerlich zu einer erhöhten
Präsenz auf dem Zifferblatt; somit verdecken die weissen Zeiger natürlich
mehr Fläche der Chrono-Totalisatoren. Insgesamt aber ein tolerierbarer und
geglückter Kompromiss, der schlussendlich zu mehr Ablesbarkeit bei den
Primärfunktionen „Uhrzeit“ und „Tauchzeit“ führt. Und aus rein
geschmacklicher Perspektive hätten sowohl der Stundenzeiger als auch der
Minutenzeiger ein bis zwei Millimeter länger ausfallen können, so dass die
Spitze des Minutenzeigers in die Mitte der Totalisatoren und die Spitze
des Minutenzeigers besser auf die Begrenzung des Datumsfensters gepasst
hätten.
Etwas inkonsequent fiel
die Wahl bei der Bestückung mit Leuchtmasse beim Zeiger der permanenten
Sekunde aus (Totalisator bei 9 Uhr): Zwar wird insgesamt eindeutig
Zwischen „Zeit“ (weiss) und „Stoppzeit“ (rot) unterschieden, aber der
kleine Sekundenzeiger hätte streng genommen ebenfalls mit Leuchtmasse
versehen werden sollen, während die zentrale Stoppsekunde darauf hätte
verzichten können. Nicht ganz so gravierendes Resultat: Der Taucher, der
sich punkto Uhr unbedingt an gewisse Industrienormen halten möchte, und
der vor dem Nachttauchgang - notabene in absoluter Dunkelheit - noch einen
Funktions-Check machen möchte, müsste dies mit dem zentralen
Sekundenzeiger des Chronos (rot) machen. Also den unverschraubten Drücker
betätigen.
Und da wir gerade bei der
Farbe sind: Rot zählt zu den Farben, die unter Wasser am schnellsten
verschwinden – das aufgesetzte Wappen und die bspw. für Dekostopps
nützliche Chrono-Funktion werden somit mit zunehmender Tiefe unsichtbarer.
Das heisst: Normalsterbliche Taucher erhalten mit der Argonaut eine Uhr,
die bei Abnahme des Farbspektrums mit zunehmender Ablesbarkeit der Zeit
überzeugt, während Taucher, die beim Aufstieg mehrere Dekostopps einlegen
müssen, erst bei den letzten Stopps auf den Chrono setzen sollten - so sie
denn so leichtsinnig gewesen sollten, einen Tieftauchgang ohne
Tauchcomputer gewagt zu haben.
Wem das jetzt zu
kompliziert war: Die Bilder rechts zeigen ziemlich gut, dass die Argonaut
auch unter dem Wasserspiegel in mehrfacher Sicht Freude beim Ablesen macht
und dass es sich bei der angebrachten Kritik eher um Haarspalterei
handelt.
Die Extras
Die lackierte schwarze
Holz-Box, in der der Käufer einer Argonaut seine Uhr findet, ist dermassen
gewaltig (und übrigens identisch zur
12‘000 Feet), dass sie auch
in diesem Fall mit entsprechend Zubehör gefüllt sein will: Die Argonaut
kommt nicht nur mit allen erdenklichen Papieren (darunter auch der
vielerorts unterschlagene COSC-Schein) und Instruktionen, sondern auch mit
zwei Band-Optionen: Stahl und Kautschuk.
Das Stahlband: Die
massive Schliesse des Stahlbands verfügt natürlich über eine ausklappbare
Tauchverlängerung; zuverlässig gehalten wird es durch den
Schnappverschluss, zwei gefederte Stifte und zusätzlich durch einen ebenso
massiven Sicherheitsbügel. Für den Taucher empfiehlt sich diese Option nur
bei sehr dünnem Neopren-Anzug oder noch besser, für den Einsatz ohne
Verlängerung direkt auf der Haut. Ansonsten viel Heavy Metal (das Band
alleine wiegt schon knapp 100 Gramm), der Trage-Komfort ist trotz
fehlender Feineinstellung sehr hoch, und die Verarbeitungsqualität der
durchwegs verschraubten Glieder ist auf sehr hohem Niveau.
Das Kautschukband: Wer
generell mit einem Nasstauch-Anzug unterwegs ist, wird mit dem ebenfalls
mitgelieferten schwarzen Kautschukband die perfekte Kombination finden –
es ist genügend lange ausgefallen, um praktisch über jeder Stärke Neopren
zu passen. Einzig die mit einem Federsteg befestigte Dornschliesse hätte
konsequenterweise ebenfalls mit einem verschraubten Stift gelöst werden
können. Hätte können: In der Praxis erwies sich das Band als extrem robust
und verteilte mögliche Beanspruchungen hervorragend auf mehrere Stellen.
Die Verlängerung: Die
dritte Option ist entweder für Popeye den Matrosen oder für Tauchgänge mit
Trockentauchanzügen gedacht: Das Kautschukband kann damit nochmals
erweitert werden – ein zusätzliches Band-Stück aus Kautschuk wird hierzu
zwischen Dornschliesse und Band eingesetzt und bringt das Band damit schon
fast auf Hüftumfang.
Nachdem sich das
Kautschukband nicht nur optisch sehr vorteilhaft auf den Gesamt-Auftritt
der Uhr auswirkt, sondern sich mit grosser Wahrscheinlichkeit bei einer
Mehrzahl der Käufer auch zur bevorzugten Variante für den Einsatz im und
unter Wasser behaupten dürfte, soll an dieser Stelle noch auf eine
Eigenheit desselben eingegangen werden: Nachdem die zwei
Fixationsschlaufen (siehe Abbildung) nicht aus Kautschuk, sondern aus
Stahl ausgefallen sind, musste das angenehm harte Band um eine stoppende
Wulst erweitert werden, um erstens den Kontakt der Schlaufen mit der Uhr
zu vermeiden, und zweitens, um zu verhindern, dass sich die äussere
Schlaufe hinter das Ende des Bands schiebt und somit mühsam wieder über
das Band geschoben werden muss. Ein weiterer begrüssenswerter Effekt
dieser Lösung: Das Band lässt sich insgesamt viel komfortabler anlegen und
sitzt bombenfest am Handgelenk.
Aber: Diese grundsätzlich
positive Lösung für den Neopren-Anzug könnte sich nun – was beim Verfasser glücklicherweise nicht eingetreten ist – je nach
Handgelenkumfang als potentielle Druckstelle auf nackter Haut entpuppen.
Wenn dies passiert, gibt’s drei Möglichkeiten. - Die Radikalste: Mit einem
Skalpell den Stopper vorsichtig entfernen.
Die minimal-invasive
Option braucht mehr Zeit, dafür weniger Mut: Dornschliesse und
Fixationsschlaufen entfernen, Band umdrehen (damit der Stopper auf die
Aussenseite kommt), Schlaufen und Schliesse wieder drauf, fertig. Einziger
Unterschied: Das erhaben platzierte Hersteller-Logo auf dem Band ist nun
nicht mehr zu sehen.
Die dritte Option
verdanken wir dem glücklichen Umstand, dass die Argonaut – im Vergleich zu
ihrer grossen Schwester –
dank regulärer Bandanstösse an jedes 20mm-Band passt. Somit hat der
Besitzer unlimitierte Möglichkeiten, den Look seiner Uhr zu verändern.
Trockenkammer
Zwischen den beiden
Bändern liegt logischerweise das massive Gehäuse, in diesem Fall eher
funktional und dem Zweck angepasst mit gebürstetem Finish ausgeführt. Erst
die Rückansicht offenbart dessen wahre Grösse, die Vorderseite weiss dank
runder Seiten, mehrstufigen Bandanstössen und der Lünette sehr gut die
beachtlichen 46mm Durchmesser zu kaschieren. Die überaus wuchtigen
Bandanstösse sind eher ungewohnt dick, tragen aber viel zum unverkennbaren
Auftritt des Zeitmessers bei.
Wie es sich bei einer bis
1‘000 Meter dichten Taucheruhr gehört, zählt ein (bereits bei der
12‘000 Feet verwendetes)
integriertes Heliumventil bei 9 Uhr ebenfalls zum Leistungsumfang, genau
so wie eine griffige Krone mit 8mm Durchmesser, die sich sicher und tief
ins Gehäuse verschrauben lässt und so perfekt geschützt auf Tauchgänge
geht. Die Chronographen-Drücker selbst lassen sich – wie eingangs schon
erwähnt – manuell verschrauben. Auch hier: Alles genau so, wie man sich
das wünscht. Und dass das Heliumventil wie geplant funktioniert, setzen
wir – mangels Test-Möglichkeit – jetzt einfach mal voraus.
Aufgrund der komplexen
Bauart der Uhr soll an dieser Stelle vielmehr darauf hingewiesen werden,
wie wichtig generell ein Abspülen mit Süsswasser ist, wenn die Uhr im
Salzwasser verwendet wurde: Aufgrund der zahlreichen Elemente (Drücker,
Zwischenraum der Krone zur Gehäuseöffnung, Lünette etc.) lohnt es sich bei
der Argonaut 1000 ganz besonders, danach möglichst sämtliche Sand- und
Salz-Rückstände zu entfernen.
Innere Werte
Das verwendete Valjoux
7750 muss aufgrund der derzeitigen Länge dieser Review und aufgrund der
millionenfachen Verbreitung glücklicherweise nicht näher vorgestellt
werden (für Neueinsteiger: das bewährteste mechanische Chronographen-Werk
aus hiesiger Produktion). Es kommt auch bei der Argonaut 1000 in der
Chronometer-Ausführung zum Einsatz, der Gang im realen Einsatz ist
entsprechend erfreulich.
Die Kritik
Mancher wird’s schon
geahnt haben: Die Uhr macht es einem wahrlich nicht leicht, Negatives zu
finden. Nach mehreren Tauchgängen, wachsender Begeisterung für die
Eigenständigkeit des Designs, problemloser Angewöhnung an Gewicht und
Grösse bleibt der einzige wirkliche Kritikpunkt, dass etwas fehlt und
etwas zuviel dabei ist: Es fehlt nämlich ein zusätzlicher Schraubenzieher,
mit dem sich das Stahlband nicht nur Abnehmen, sondern auch verstellen
lässt; und den Stopper am Kautschukband hätte man sich sparen können.
Fazit
Mit der
Argonaut 1000 bietet Swiss Military einen der ganz wenigen
Extrem-Taucher-Chronographen an, der sich zusätzlich auch extrem gut für
Landgänge eignet, dabei ein extrem eigenständiges aber dennoch eingängiges
Design bietet und noch im bezahlbaren Rahmen liegt. Die Verarbeitung ist
funktional, aber durchwegs hohem Niveau, und mit einer Limitierung von
gerade mal 200 Stück ist die Chance wirklich extrem klein, dass man ein
solches Exemplar zweimal in freier Wildbahn antreffen wird.
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Anstelle von "grösser, tiefer" lancierte Swiss Military im Jahr
2007 einen ebenso markanten wie eigenständigen Tauch-Chronographen
mit 1'000 Meter Wasserdichtheit und 46mm Durchmesser; hier die Variante mit schwarzem Zifferblatt.
Insgesamt stehen vier auf je 50 Exemplare limitierte
Zifferblattfarben der Argonaut 1000 zur Auswahl.
Hinweis:
Grossansichten bei Klick auf Bild. |
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Ihre wahre Grösse zeigt die Argonaut 1000 erst bei der
Rückansicht. Die Vorderseite geht optisch sehr zurückhaltend mit
den 46mm Durchmesser um. |
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Tragen enorm zum Tragekomfort bei: Die kurzen Bandanstösse lassen
das Band nicht überstehen. 20mm Bauhöhe aber bleiben natürlich ein
stattliches Statement an jedem Handgelenk. |
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Das integrierte Heliumventil bei 9 Uhr; es soll aufgrund seiner
Bauart Verunreinigungen
möglichst wenig Halt bieten. |
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Mit zunehmender Tiefe zeigt sich die hervorragende Ablesbarkeit
des Zeitmessers erst recht. |
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Die manuell verschraubbaren Drücker des Chronographen (oben
geschlossen, unten geöffnet) bleiben bis 300 Meter Tiefe
bedienbar, angezeigt wird die Einsatzbereitschaft durch die rote
Markierung (unten sichtbar). |
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Die Bandanstösse sind auch bei der Argonaut verschraubt; der
Bandwechsel ist dank mitgeliefertem Schraubenzieher einfach zu
vollziehen. |
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Rot ist dem Chronographen vorbehalten, weiss steht für die
laufende Zeitanzeige. Das Zifferblatt selbst ist bis auf die
Totalisatoren hochglänzend lackiert, die Indexe sind aufgesetzt. |
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Die Reiter des Drehrings sind mit nachleuchtenden Markierungen
versehen, das Rehaut trägt die gravierte Signatur des
Herstellers (hier leicht verzerrt aufgrund der
Unterwasser-Aufnahme). |
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Die massive Dornschliesse des Kautschukbands. |
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Die Fixationsschlaufen des Kautschukbands sind aus Stahl und
werden durch den zusätzlichen Stopper an Ort und Stelle gehalten. |
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Blick auf die Gravur des Gehäusebodens. |
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Zwei Giganten der Tiefsee vereint - und gleichzeitig ein
trügerischer Vergleich mit der grossen Schwester
12'000 Feet - auch
die Argonaut 1000 gehört mit 46mm zu den überaus grossen Uhren,
auch wenn sie mit den Proportionen perfekt umzugehen weiss. |
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Macht auch an Land eine gute Figur. |
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Die massive Faltschliesse des Stahlbandes trägt die Logo-Gravur;
gesichert wird sie durch zwei gefederte Stifte auf der Seite, dem
Schnappverschluss und dem Bügel (hier geöffnet); die Schliesse
beherbergt eine klassische Tauchverlängerung. |
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Innere Werte - die gebürstete Innenseite der Schliesse trägt eine
weitere Gravur. |
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Hier gut zu sehen sind die gefederten Stifte der Schliesse. |
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Kein Anglerfisch, aber dennoch sehr verlockend - der Drehring in
der Dunkelheit. |
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Grosse Uhr, grosse Verpackung; die Holz-Box reicht für ganze
Sammlungen. |
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Die blaue Version der Argonaut. |
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Das verwendete Werk, ein Valjoux 7750 in Chronometer-Ausführung
und graviertem Rotor, das Zertifikat liegt bei. |
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TECHNISCHE
DATEN
Anbieter: Charmex of Switzerland / Montres Charmex S.A.
Marke: Swiss Military
Modell: Argonaut 1000
Limitierung: 200 Exemplare total
Preis: Euro 1'998 (2007)
Varianten: 4 - Eine Variante mit gelbem,
blauem, silbernen oder eine mit schwarzem Zifferblatt
Wasserdichtheit: 1000 Meter
Vorstellungsjahr: 2007
Dimensionen: ca. 46mm Durchmesser ohne Krone, 49mm mit; 20mm Höhe
Funktion: Stunde, Minute, kleine Sekunde bei 9 Uhr, Datumsfenster
bei 3 Uhr; Chronograph mit zentraler Sekunde, 30-Min-Totalisator
bei 12 Uhr, 12-Stunden-Totalisator bei 6 Uhr
Glas: Saphirglas
Zifferblatt: Hochglanzlackiertes Zifferblatt mit abgesetzten
Totalisatoren mit Radial-Muster; aufgesetzte, umrandete
Stundenindexe, aufgesetztes Wappen, gefasstes Datumsfenster mit
weisser Datumsscheibe bei 3 Uhr; Stundenindexe,
Drehring-Markierungen, Stunden-/Minutenzeiger und Pfeilspitze
Chrono-Sekundenzeiger nachtleuchtend (SuperLuminova)
Gehäuse: Massives Edelstahlgehäuse mit dreifach abgedichteter,
verschraubter Krone (8mm Durchmesser) mit massivem Flankenschutz,
verschraubbare Chronographen-Drücker, einseitig drehbare, rastende
(60 Schritte) Taucherlünette (aussen geschwärzt) mit Leuchtdreieck bei 12 Uhr, integriertes
Heliumventil bei 3 Uhr; massiver, verschraubter Gehäuseboden mit
Gravur
Werk: Valjoux 7750 mit COSC-Zertifikat, 25 Rubine, 28'800 A/h (4
Hz), Schwungmasse mit Pérlage und Logo dekoriert. 30 mm
Durchmesser, 7.9 mm Höhe; rund 47 Stunden Gangreserve, Incabloc
Stosssicherung, Etachron Feinregulierung; keine Zierschliffe
ausser Schwungmasse
Gewicht Uhr mit ungekürztem Stahlband: ca. 315g
Gewicht Uhr
mit Kautschukband: ca. 217g
Band: Gebürstetes Stahlband mit massiven Gliedern, verschraubt;
massive Sicherheitsfaltschliesse, Bügel und integrierter Tauchverlängerung;
Logo-Gravur auf und in Faltschliesse Bandanstossbreite: 20 mm
Kautschukband: Wellenfalz, zweifaches Logo-Relief auf beiden
Seiten; Edelstahl-Faltschliesse und -Fixationsschlaufen;
Bandanstossbreite: 20mm
Zubehör: Überkarton, schwarze Holzbox (L:31 x B:22 x H:8 cm)
lackiert mit Logo-Druck, gelbes Kunst-Leder-Futter,
Schraubenzieher, Bedienungsanleitung, Garantie, Zertifikat und
COSC-Zertifikat; Leder-Badge, Kautschukband und
Kautschkuk-Verlängerung
Garantie: 2 Jahre
WEITERFÜHRENDE LINKS
www.swiss-military.info
www.charmex.com
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