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Schaufenster im Internet

Von Audemars bis Zeno – 65 Uhren-Hersteller-Websites im nicht repräsentativen Vergleich. Eine Zusammenfassung:

Dass die Uhrenhersteller nicht als die schnellsten im Erschliessen der neuen elektronischen Kommunikationsmöglichkeiten in die Geschichte eingehen würden, war keine Überraschung. Dass die Uhrenhersteller das Internet eher als global und unkontrollierbar wuchernden Grau- und Kopien-Markt fürchten, oder als technische Spielerei abtun, ist ebenfalls keine Headline mehr wert. Aber dass durch die zögerlichen Schritte der Unternehmen eine Unmenge an Informations-Kompetenz Dritten, meist unter der Führung von nicht autorisierten Händlern, oder im besten Fall der Fachpresse oder wohlmeinenden Sammlern und Fans, überlassen wurde, ist heute um so spürbarer: Der Uhren-Begeisterte holt sich seine Kenntnisse nicht immer beim Fachhandel und auch nicht immer beim offiziellen Internet-Auftritt seiner gewählten Marke; er ist eben auf Fach-Plattformen wie „Timezone“, „Uhren-Schmuck“, „Watchbizz“ und Co. zu finden. Die Hersteller hingegen zeigen, wie ein nicht repräsentativer Vergleich (aufgeteilt in 58 inhaltliche und qualitative Kriterien) von 65 Sites im September 2002 ergab, mehrheitlich noch immer wenig Interesse, das Informationsdefizit auf den eigenen Seiten zu minimieren und geben – wenn überhaupt – viel darauf, zum Teil unkorrekte Informationen auf Sammler-Websites juristisch zu unterbinden. – Verzichten aber in 63% der untersuchten Fälle auf eine korrekte Ausweisung der Nutzungsbedingen ihrer Site, wie auch in 83% aller Fälle keine Informationen zur Garantieleistung des Herstellers zu finden ist.

Noch bedauerlicher: Im Jahr 2002 haben es die Hersteller (endlich) meist mit kritischen und gut informierten Besuchern zu tun, aber anstelle von ausgetauschten Fachsimpeleien vermeidet eine erschreckend grosse Zahl den direkten Kontakt mit der Kundschaft: Obwohl über 90% der (Luxusuhren-)Hersteller im Internet zu finden sind, bieten 15% der Websites der zum Teil namhaften Marken ihren Kunden noch immer keine Gelegenheit zum elektronischen Dialog. Und bei 66% der untersuchten Sites kann kein Katalog bestellt werden. 

Wird jedoch (falls möglich) als Interessent der Dialog eröffnet (E-Mail), reagierten sowohl bei der Beantwortung von Anfragen wie auch bei der Bestellung von Katalogen jeweils rund 50% der untersuchten Anbieter mit beachtlicher Geschwindigkeit: Nämlich innerhalb von 1 bis 3 Arbeitstagen. 29% indes reagierten überhaupt nicht. 

Fast schon symptomatisch die Natur des E-Mail-Verkehrs: Auf Anfrage, ob der Hersteller auch Sammelboxen für Uhren anbiete, bejahten 14 von 36 antwortenden Firmen tatsächlich die Existenz einer Sammelkassette für den Endkonsumenten. – Keine davon vermochte die Information aber auf der Website unterzubringen.

Hier zeigt sich, dass die Chance, erstmals als Uhrenhersteller gewollt mit dem Endkonsumenten weltweit und umfassend zu kommunizieren, noch nicht erkannt wurde. So passt auch das dürftige Angebot von News (31%) und Newsletter (20%) ins Bild. 

Ebenfalls sehen wenige der Anbieter Potential in der einfachen Online-Erhebung von Kundendaten (14%); sei es für den Eigengebrauch (Input, Direct Marketing, Newsletters etc.) oder aber für die Weitergabe an den Konzessionär. 

Im Gesamtvergleich lässt sich ebenfalls feststellen, dass Uhrenhersteller sich oftmals auf die meist unzureichende Darstellung der Kollektion beschränken; Informationen über das Unternehmen (36%), News (31%), seine Historie (20%), Performance (3%), Mitarbeiter und Philosophie (36%) finden sich erschreckend selten. Dies zeigt sich ebenfalls im Umgang mit der Rekrutierung von Personal und Agenten (15%) – es scheint, als tue sich die Branche schwer, andere Zielgruppen als den Käufer über das Web offen anzusprechen. 

Und vielleicht das bedrückendendste Resultat: Detaillierte Informationen über die verwendeten Uhrenwerke findet der Benutzer auf 69% der untersuchten Sites nicht. Und Accessoires werden gerade mal in 10% aller Fälle vorgestellt. Oder mit anderen Worten: Wären die Websites von Weingütern betrieben, fänden sich keine Informationen über Reben und Flaschen. Vom gezeigten Produktionsprozess (34%) ganz zu schweigen.

Alles in allem wurde es in wenigen Fällen verstanden, das ungeheure Potential der Hersteller an Information, Qualität und Goodwill adäquat in den neuen Medien abzubilden und den Dialog mit der Kundschaft zu suchen: Die neue Schnittstelle, der Internet-Auftritt des Unternehmens, wird den gestellten Ansprüchen an Inhalt und Funktion nämlich nur in den seltensten Fällen vollumfänglich gerecht. Es scheint, als seien die hier erwähnten Vertreter einer Branche noch ein, zwei Jahre hinter dem Üblichen und Möglichen zurück – um aber in anderen Belangen, wie z.B. der Beantwortung von E-Mails, überdurchschnittlich schnell, agil und gewillt zu sein. 

Es wäre also mehr als genug Potential vorhanden, doch steht das Internet momentan noch als Nadelöhr da. - Sei es aus Budgetgründen oder aus Unerfahrenheit im Umgang mit neuen Medien. Das Gesehene macht in jedem Fall grossen Appetit auf die genaue Beobachtung zukünftiger Internet-Engagements.


 
 

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Year of first Publication: 2002

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